2 A. Maja Stojkovska und FLATZ
2 A. Maja Stojkovska und FLATZ
Donnerstag und Freitag: 16:00-19:00 Uhr, Samstag: 12:00-15:00 Uhr
Über diesen Event
Amulette sind außergewöhnliche Schmuckstücke. Denn ihnen wird eine magische Wirkung zugeschrieben. Ob auf der Brust oder in der Tasche: Amulette werden stets nah am Körper getragen, ihre Formen und die Materialien, aus denen sie bestehen, besitzen hohe Symbolkraft. Viele Amulette dienen als Glücksbringer oder Talismane, manche bezeugen die Nähe eines geliebten Menschen. Zwei unterschiedliche Amulette stehen im Zentrum der Ausstellung „2A“: eines wurde von Maja Stojkovska entworfen und eines von FLATZ.
Wohl nur die Wenigsten wissen, dass FLATZ, geboren 1952 in Dornbirn/Österreich, der vor allem als Aktions- und Installationskünstler internationale Bekanntheit erlangte, seine künstlerische Laufbahn um 1970 als Gold- und Silberschmied begonnen hat. Auch in den darauffolgenden Jahrzehnten hat er immer wieder Schmuckstücke entworfen, vor allem Ringe, aber auch Broschen, Colliers, Armbänder und Ohrringe. In vielen dieser Arbeiten lässt sich im Kleinen das zentrale Thema zu erkennen, das FLATZ in unterschiedlichsten Schaffensphasen auch in anderen, stärker raumgreifenden Medien umgesetzt hat: die Verletzlichkeit und Endlichkeit der menschlichen Existenz. Das in der Ausstellung gezeigte runde Amulett lässt auf einem Boden aus Lapislazuli einen organoiden, von goldenen Blitzzeichen umrahmten Körper erkennen, in den die Asche seines 2022 verstorbenen Vaters eingeschlossen ist.
Amulette sollen traditionellerweise vor Entbehrungen und Gefahren schützen. Viele unserer Herausforderungen heute, sagt Maja Stojkovska, geboren 1990 in Skopje/Nordmazedonien, entstehen jedoch nicht aus Mangel, sondern durch Überfluss: die Informationsflut im digitalen Zeitalter, die Überstimulation durch technische Möglichkeiten und den Druck, sich in all dem zurechtzufinden. Vor diesem Hintergrund verwendet Stojkovska für ihren Schmuck ausrangierte Elektronikteile. Dabei handelt es sich um voll funktionsfähige, unbenutzte Elemente – Nebenprodukte einer überproduzierenden Konsumgesellschaft. Die Materialien, die eigentlich für Konnektivität und Geschwindigkeit entwickelt wurden, werden durch eine zeitintensive Bearbeitung des Verwebens und Verknotens neu konfiguriert. Entsprechend erhalten die elektronischen Komponenten eine vielschichtige Bedeutung. Die WLAN-Antennen in ihrem Amulett senden und empfangen unsichtbare Signale, das digitale Bluetooth-Zeichen wird zum Schutzsymbol.
FLATZ
Maja Stojkovska
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